Städt. Galerie und Galerieverein Böblingen

Bilanz nach 25 Jahren

110 Menschen aus Böblingen, Sindelfingen und der Region waren im Juni 1987 ernst entschlossen, der eben im Mai 1987 gegründeten Städtischen Galerie in der Zehntscheuer unterstützend zur Seite zu stehen. Am 25. Juni 1987 protokollierte die heutige Vorsitzende als damalige Geschäftsführerin unter Prof. Dr. Gerhard Rettenmaier, dem 1. Vereinsvorsitzenden, dieses überregionale Interesse.

Der damalige Galerieleiter Dr. Mück erläuterte dem willkommenen Partner die Sammlungs- und Ausstellungskonzeption: „Maßstab ist die Qualität! Wegen des Einsatzes öffentlicher Mittel können keine Experimente eingegangen werden. Andererseits werden experimentelle Ausstellungen regionaler und partnerschafts-städtischer Künstler durch das Städt. Kulturamt an anderer Stelle in Böblingen gefördert.“

Schnell war der Verein auf 250 Mitglieder angewachsen. Inzwischen allerdings greift auch hier – wie in vielen Vereinen – das Alter der Mitglieder und der fehlende Nachwuchs in die Substanz. Derzeit zählt der Verein rd. 220 Mitglieder aus nah und fern. Die Ausdauer und die gute Partnerschaft mit der Galerie und der Galerieleiterin Dr. Eva-Marina Froitzheim soll im kommenden Jahr, dem 26. des Bestehens mit einer Sonderausstellung in der Zehntscheuer gefeiert werden. Die Vorbereitungen dazu laufen.

Der Zugewinn für die Galerie?

Die Idee, dem in Böblingen wirkenden Maler Fritz Steisslinger (1891-1957) in der Zehntscheuer dauernd eine Ausstellung zu widmen, kam vom Galerieverein und konntemit dem Umzug des Museums Nordböhmische Niederlande in die Lebsanft-Scheuer hinter dem Fleischer-Museum auch bewerkstelligt werden. Voraussetzung waren großzügige Leihgaben der Erben des Künstlers, die bis heute jeweils den städtischen Steisslinger-Bestand erweitern lassen und Abwechslung bieten. Immer wieder ermöglichten auch Spender mit der Aufstockung der Vereinsgelder den Ankauf wichtiger Werke der Sezessions-Künstler, sodass Lücken im Ausstellungskonzept geschlossen werden konnten. So sind im Laufe der 25 Jahre durch den Verein 18 Werke beschafft worden, obwohl der Kunstmarkt immer hochpreisiger wird.

Daneben versucht der Verein aber laufend auch das Ausstellungsprogramm der Städt. Galerie mit Begleitaktionen zu unterstützen im Bemühen, zusätzliche Besucher zu gewinnen. Auch die Kunstfahrten zu auswärtigen Galerien im regelmäßigen Vereinsprogramm ergänzen die städtische Galeriearbeit thematisch. Die diesjährige „Nacht der Museen Böblingen-Sindelfingen“ am 17. November wird die Mitglieder des Galerie- und des Bauernkriegs-Museumsvereins mit der Gäste-Bewirtung in der Zehntscheuer fordern.
Nicht vergessen werden darf aber auch die kinderpädagogische Arbeit von Alexandra Krohmer, der früheren Leiterin der Städt. Malschule, Mitglied des künstlerischen Beirats des Galerievereins. Seit Jahren „übersetzt“ sie die städtischen Ausstellungen Kindern überzeugend mit speziellen Führungen und Malaktionen.

Ein neues Programm-Angebot liegt vor

In diesen Tagen ist auch ein neues Vereinsprogramm erschienen, das sich an alle Kunstinteressierten– nicht nur an Mitglieder – wendet und auch über das Internet abrufbar ist (www.galerieverein-bb.de):
In der Waiblinger Stihl-Galerie wird eine Experten-Führung die Nolde-Grafik erklären. Dann geht es am 1.12. zur großen Landesausstellung in der Staatsgalerie und den „Atelierszenen und Künstlerräumen von Spitzweg bis Bruce Naumann.
Am 9.2. ist der Glas-Künstler Mühlenbeck in seiner Weilemer Wagnerei Ziel eines Nachmittags und am 16.3. ergänzen wir die Böblinger Schau zur Neuen Sachlichkeit in Baden und Württemberg durch einen überregionalen Blick auf Dix und die entsprechende Thematik 1920-45. Auf einer Tagesfahrt nach Frankfurt wollen wir das erneuerte und erweiterte Städel-Museum besichtigen (Anmeldung bis 10. Und dann.... beginnt der Böblinger Kunst-Sommer mit mancher Überraschung über Böblingen hinaus.

Gez. Ursula Kupke