Jahresmitgliederversammlung 2015 - Böblinger Galerieverein spürt frischen Wind

Die Tagesordnung einer Jahres-Mitgliederversammlung mit ihren Pflicht-Themen war gewiss nicht nur der Grund für den guten Besuch am vergangenen Donnerstagabend mit mehr als 40 Teilnehmern in der Zehntscheuer. Inmitten der zum Teil noch nie gezeigten Bilder der neuen Ausstellung der "Klasse der Damen" war Aufbruchstimmung zu spüren.

Zunächst streifte Ursula Kupke als Vorsitzende im Jahresbericht nochmals die "Einsätze" des Jahres 2014 etwas ausführlicher, werde doch jetzt zunehmend deutlich, dass für viele Mitglieder, die zum größten Teil schon seit dem Gründungsjahr 1987 dem Verein die Treue halten, die regelmässige Teilnahme an Ausstellungs-Ausfahrten immer schwieriger werde. Wichtiges Anliegen – so die Vorsitzende – sei deshalb, jüngere und junge Menschen zur Mitgliedschaft und Mitarbeit zu gewinnen.
Für die fällige Ersatzwahl in den Beirat nach dem Wegzug und Ausscheiden der früheren Stadtplanerin Prof. Dr. Anke Karmann-Wössner könne dafür hilfreich sein. Denn nachdem sich aus der Reihe der Teilnehmer kein Vorschlag ergab, wurde vom Vorstand Klaus Behringer vorgeschlagen und einstimmig gewählt und damit der Beirat wieder auf sieben Mitglieder aufgestockt. So kann der frühere Kunsterzieher am Max-Planck-Gymnasium, auch langjähriger Fachberater der höheren Schulbehörden, seine Kontakte und Erfahrungen in die Programmgestaltung des Vereins und die Förderung der Städtischen Galerie als neue Impulse einbringen.

Sich einbringen und mitwirken will die Vereinsleitung unbedingt bei der endlich nach Jahren des Zögerns wieder neu aufgerufenen Kulturentwicklungsplanung der Stadt und des Gemeinderats "noch im April", wie Kupke vom jüngsten Verwaltungsausschuss-Beschluss berichtete. Schließlich habe der Galerieverein die Schaffung der Stelle einer Museumspädagogischen Fachkraft bereits vor drei Jahren und wiederholt in die Haushaltsberatung für 2015 als dringend notwendig eingebracht. Gegen die jeweils abschlägigen Bewertungen der Stadtverwaltung verwiesen die Gemeinderäte bekanntlich den Vorschlag in die Kulturentwicklungs-Diskussion. Dass einer gewissen Stagnation bei den Böblinger Sammlungen dringend begegnet werden muss, hat selbst der jüngste Bericht des Kulturamts an die Gemeinderäte eingeräumt.

Sehr erfreulich entwickle sich der Finanzbericht, so Schatzmeister Peter Schild, trotz des Aderlasses durch den Erwerb der Landschaft von Ida Kerkovius, das jetzt inmitten der derzeitigen Ausstellung zu sehen ist. Wesentliche Hilfe waren dabei die Spenden der Kreissparkasse und der Böblinger Baugesellschaft neben den größeren und kleineren der Mitglieder. Wobei, das hatte Kupke hervorgehoben, die Ideen des Schatzmeisters mit Puzzle- und Sonderbriefmarken-Verkauf und sein unermüdlicher Einsatz wesentlich zum Erfolg beitrug.
Mit einer Führung durch die mit breitem Publikumsinteresse eingeweihte Sonderausstellung der Galerieleiterin Corinna Steimel schloss die Versammlung ab.