Aus der Jahresmitgliederversammlung des Böblinger Galerievereins

Im Rückblick streifte die Vorsitzende Ursula Kupke zunächst das Programm auf das verflossene Vereinsjahr 2016 mit den Begleitvorträgen zu den Ausstellungen der Städtischen Galerie und ihrer Sammlung. Gut besucht waren auch die zusätzlich zu den Führungen der Galerieleiterin ergänzenden Ausstellungsführungen von Traudel Heyder (Mitglied im Künstlerischen Beirat). Bei der Herbstfahrt zu den Künstlerhäusern und Museen auf der Höri/Bodensee beeindruckte der beispielhafte, von einem Förderkreis Ehrenamtlicher unterstützte private Einsatz für das Künstler-Anwesen Hermann Hesses, dessen Rettung buchstäblich in letzter Minute durch Privatinitiative inzwischen einen Besucher-Boom auslöst. Wären Parallelen in Böblingen denkbar?

Was ursprünglich eher private Initiative auslöste, nämlich der Besuch der Art Karlsruhe, ist inzwischen zum selbstverständlichen regelmäßigen Angebot geworden. Dabei vermittelt die Vorbereitung des Galeristen und Beiratsmitglieds Marko Schacher beziehungsreich eingangs jeweils interessante Gespräche mit ausstellenden Galeristen oder Künstlern, ehe die Teilnehmer anschließend die Kunstmesse auf eigene Faust entdecken. Trends im Kunstangebot sind auf diese Weise ebenso auszumachen wie ein Überblick über das gegenwärtige Kunstschaffen, gelegentlich Kitsch inbegriffen.

Sehr erfreulich war der Mitgliederzuwachs – nicht zuletzt durch engagierte private Werbung aus dem Beirat - in den letzten Monaten mit 18 neuen Mitgliedern, der die natürlichen Abgänge in einem 30-jährigen Verein mit vielen Gründungsmitgliedern aufwog. Die Mitgliedsbeiträge, ergänzt durch Spenden ermöglichten sowohl die Förderung eines Kunstbuchprojekts, als auch den Erwerb eines kleinen Ölgemäldes des Oberschwaben Jakob Bräckle (Landenberger- und Altherr-Schüler und ab 1926 an den Sezessions-Ausstellungen in Stuttgart beteiligt), das als Dauerleihgabe künftig eine Lücke im Sammlungsbestand füllen soll.
Diesbezüglich warb Peter Schild - an die Mitglieder gewandt - für ein erneutes finanzielles Engagement und weitere Anstrengung. Bei stetig steigenden Preisen für Kunstwerke ist jetzt ein Hinterglasbild Reinhold Nägeles angeboten, das für unsere Galerie gleich doppelt interessant ist, nämlich als künstlerische Arbeit des bekannten Malers und als zeithistorisches Dokument der Sezessionskünstler Stuttgart um 1932. Es ist ein von den „Sezessionisten“ beauftragtes und bildnerisch bezeugtes Jubiläumsgeschenk an ihren Meister und Vorsitzenden Bernhard Pankok, mit dabei der Künstler Fritz Steisslinger, dessen weitere Beteiligung an dieser Ehrengabe noch im Rahmen des Jubiläumsjahres aufzudecken sein wird.

Der stellvertretende Vorsitzende Ernst Krohmer stellte anschließend das Programm im Jubiläumsjahr vor und betonte, dass es in enger Zusammenarbeit mit der Galerieleiterin Corinna Steimel entstanden und angeboten sei.

Mit dem Tagesausflug nach Speyer, gemeinsam mit den Museumsfreunden und organisiert von den Doppelmitgliedern Ehepaar Schild, wurde inzwischen das Programm eröffnet. Rund um drei städtische Ausstellungen ist das Vereins-Begleitprogramm arrangiert,
Höhepunkt des Galerievereins wird der 17. September sein, wenn in einer Matinee dem Oberbürgermeister und der Galerieleiterin zum Jubiläum der Gabentisch präsentiert wird.

Mit diesen Aussichten schloss die offizielle Versammlung.

Ursula Kupke