Erfolg braucht Miteinander (Böblinger Bote vom 25.06.2009, von Peter Bausch)

Unter der Federführung von Traudl Heyder und Markus Baumgart haben Edith Keppler, Alexandra und Ernst Krohmer, Ursula Kupke sowie der Böblinger Kunsthistoriker Marko Schacher die Texte zu insgesamt 35 Arbeiten geschrieben. „Erfolg braucht immer ein Miteinander“, sagt Ursula Kupke und verweist auf die Arbeit des Galerievereins seit 1987.

Die Broschüre soll Türöffner sein nicht nur für die Böblinger, sondern auch für Kunstfreunde aus der ganzen Region. Baubürgermeisterin Christine Kraayvanger erinnert an die Anfänge der Galerie, als der Böblinger Gemeinderat 1986 die konzeptionellen Eckpunkte vorlegt: „Für Böblingen bietet sich aufgrund bisheriger Bestände (Steisslinger- Sammlung) als Schwerpunkt die Spezialisierung auf die Kunst der klassischen Moderne Südwestdeutschlands an und dabei besonders die Eingrenzung auf die Künstler der Stuttgarter Kunstakademie, denn damit würde Böblingen in der Galerieszene Baden-Württembergs eine einzigartige Position einnehmen.“

Im Anfang April verabschiedeten Kulturentwicklungsplan hatte Amtsleiter Peter Conzelmann das Künstlerhaus als möglichen neuen Leuchtturm der Kultur in Böblingen bezeichnet. Erste Gespräche zwischen Oberbürgermeister Alexander Vogelgsang und der Familie Steisslinger haben stattgefunden, sind aber bisher ohne konkretes Ergebnis geblieben. Dagegen ist die immer wieder aktualisierte Steisslinger-Sammlung im Dachgeschoss der Zehntscheuer zur festen Bank für die Galerie geworden. Ursula Kupke erinnert an die Rolle des Vereins, als die Heimatstube des nordböhmischen Niederlandes in das Gebäude des Fleischermuseums evakuiert wurde, um Platz für Steisslinger-Bilder zu haben.

Das Engagement des Vereins ist für Galeriechefin Dr. Eva-Marina Froitzheim „kulturpolitische Basisarbeit, wie sie sein soll. Die Galerie lebt, wächst und gedeiht.“ Über nachbarschaftliche Beziehungen ist die Kunsthistorikerin auf das Ölbild „Sibylle“ aus dem Jahr 1956 von Rudolf Müller gestoßen, das mittlerweile ebenfalls zur städtischen Sammlung gehört.

Weil Erfolg ein Miteinander braucht, haben Tobias Beckers Band und der Dagersheimer Zauberkünstler Helmut Schmiedeberg mit ihren Auftritten das Sommerfest des Galerievereins garniert.

Der Böblinger Galerieverein mit Ursula Kupke (rechts) an der Spitze hat mit Markus Baumgart und anderen Autoren den „Kleinen Kunst(ver)führer“ für die Städtische Galerie unter der Leitung von Dr. Eva-Marina Froitzheim herausgebracht. Die Broschüre stellt insgesamt 35 Kunstwerke aus der Böblinger Sammlung in Wort und Bild vor, die unter anderen ein Selbstbildnis des Schweizer Malers Heinrich Altherr (Foto) beherbergt, der 1923 die Stuttgarter Sezession mitbegründete. Bild: Stampe