Wie läuft das mit der Nazi-Raubkunst heute?

Der Böblinger Galerieverein hat die Expertin Dr. Tessa Friederike Rosebrock am Sonntag, dem 29. November um 15.30 Uhr in die Zehntscheuer zu einem Vortrag über ihre Arbeit eingeladen.

Sie ist Provenienzforscherin an der Kunsthalle Karlsruhe. Zu den ausschließlichen Pflichten dieser Wissenschaftlerin gehört es, den gesamten Kunstbestand der Kunsthalle, soweit er ab 1933 - dem Beginn der Besitzenteignung unter der jüdischen Bevölkerung - beschafft wurde, auf die Vorbesitzer zu erforschen. Denn für die während der NS-Zeit be-schlagnahmten bzw. enteigneten Kunstgegenstände sind nach einer entsprechenden Washingtoner Erklärung von 1998, der die Bundesrepublik Deutschland beigetreten ist, die rechtmäßigen Eigentümer ausfindig zu machen. Eine Verpflichtung, die auch für Dr. Rosebrock mit häufigen Reisen verbunden ist. Meist werden diese Nachforschungen aber im besten Falle auf Nachkommen treffen.

Wie kompliziert das ist und ob am Ende mit den Erben gerechte Lösungen gefunden werden können, davon wird sie in konkreten Fällen, insbesondere am Beispiel einer einstigen Sammlung des seinerzeit in Berlin wohlbekannten und vermögenden Verlegers Rudolf Mosse berichten.