Speyer hoch zwei am 14.o4.2018


Galerieverein und Museumsfreunde vor dem "Ölberg" des Speyerer Doms

Für Manche war es ein Déjà-vue, für Andere die erhoffte Wiederholung. Im Jahren 2017 hatten der Böblinger Galerieverein und die Museumsfreunde Böblingen eine gemeinsame Ausfahrt nach Speyer durchgeführt. Der Anlass: das doppelte Doppeljubiläum zum 30-jährigen Bestehen von Städtischer Galerie und Deutschem Bauernkriegsmuseum in der Zehntscheuer sowie der beiden Fördervereine. Leider konnten damals nicht alle Anmeldungen zum Zuge kommen, so dass sich, gleichsam zum Abschluss der Feierlichkeiten, 2018 erneut ein gut gefüllter Reisebus auf den Weg nach Speyer machte.
Der großartige romanische Dom, die einzigartig erhaltene Mikwe beim Jüdischen Museum sowie das Purrmann-Haus, Geburtshaus des Malers Hans Purrmann, waren wieder Schwerpunkte des Reiseprogramms. Erneut beeindruckten die Werke von Hans Purrmann und seiner schwäbischen Frau Mathilde Vollmöller-Purrmann.
Beide lebten etwa zeitgleich mit unserem Böblinger Protagonisten Fritz Steisslinger, was zu aufschlussreichen Vergleichen herausforderte, künstlerisch und biografisch. Wer zum zweiten Mal dabei war, wurde durch zwei zusätzliche „Highlights“ entschädigt. Die Evangelische Dreifaltigkeitskirche, die 2017 wegen Bauarbeiten nicht zugänglich gewesen war, präsentierte frisch renoviert ihren prunkvollen Hauptaltar, Zeugnis wachsenden Selbstbewusstseins der protestantischen Bürgerschaft im Umfeld des altehrwürdigen katholischen Bistums. Schließlich hat der Begriff des Protestantismus seinen Ursprung in der Protestation zu Speyer auf dem Reichstag von 1529, ein Aufbegehren einiger reformierter Fürsten gegen den Kaiser.
Großes Interesse fand auch die Führung im Anselm-Feuerbach-Haus. Zwar lebte Anselm Feuerbach nur zwei Jahre in seinem Geburtshaus, aber eine Bürgerinitiative konnte es erhalten und auch eine kleine Sammlung von Werken dieses wichtigsten Vertreters des deutschen Klassizismus in der Kunst erwerben.
Gern ließen sich die Böblinger Gäste auch von der exzellenten Küche der museumseigenen Weinstube verwöhnen, ein Geheimtipp für alle, die Speyer besuchen. Die Mitglieder der beiden Vereine waren‘s zufrieden und nutzten die Mittagspause zum gegenseitigen Austausch. Vielleicht ein Modell auch für künftige Gemeinsamkeiten.

Sigrid+Peter Schild 04/18