Böblinger Galerieverein befragt die Mitglieder

„20 Jahre nach der Gründung des Böblinger Galerievereins ist es sicherlich an der Zeit, einmal kritisch das Angebot zu überdenken und die Mitglieder gezielt nach i h r e n Vorstellungen zu fragen“, so die Begründung der Vereinsführung für eine Umfrage unter den mehr als 220 Mitgliedern. Rund 20 % Auswärtige, über die gesamte Region verstreut, sind darunter, obwohl als Haupt-Vereinszweck die Förderung der Städtischen Galerie Böblingen satzungsmässig fest geschrieben ist.

Überraschendes Ergebnis!
Überraschend an den Rückläufen und wichtigste Erkenntnis, daß bei der Frage „Was ist Ihnen an der Mitgliedschaft das Wichtigste?“ an erster Stelle die Förderung der Städtischen Galerie genannt wurde!
Ein Signal an das Kulturamt und die Galerieleitung? Sicherlich, zu einer Zeit, wo nach 20jähriger Nutzung der Zehntscheuer eine Mängelbeseitigung und Reparaturen anstehen und jetzt auch teilweise vorbereitet werden. Wo eine entsprechende Schließung bevorsteht und auch das Kunstdepot bezüglich Lage und Ausstattung nur als Provisorium mit allen daraus resultierenden Arbeits-Erschwernissen und Problemen bezeichnet werden kann. Da ist das Ehrenamt und die „Förderung laut. Satzung“ am Ende und Kulturverwaltung und Politik an sich ist am Zuge.

Was bringt eine Mitgliedschaft – speziell auch für Schüler?
Fast alle Antwortenden waren über 50jährige Mitglieder. Da zeigt sich ein Problem, das der Galerieverein derzeit mit fast allen Böblinger Vereinen, mindestens den Kulturvereinen teilt, nämlich das Fehlen von jüngeren Mitgliedern. Dabei ist es gerade ein Hauptanliegen des Vorstands, mit Jugendlichen, Kunstklassen bzw. Schulen zu kooperieren. Diesbezüglich wird bei den Fahrten ein bestimmtes Kontingent von Freiplätzen und die Übernahme der anfallenden Ausstellungseintritte angeboten. Der Jahresbeitrag ist auf 10,-- EUR ermässigt, und generell für alle Mitglieder der Preis für die Böblinger Jahreskarte (Ausgabe in der Zehntscheuer) für Museums- und Ausstellungsbesuche auf 7,-- EUR reduziert.
Dazuhin wäre die Vereinsgeschäftsstelle auch bereit, unterrichtsbegleitende Ausstellungsbesuche und Führungen in der Zehntscheuer oder auch auswärts vorzubereiten und kostenlos für die Schulen zu organisieren.

Was zeigte die Umfrage weiter? Überwiegend sollen die Veranstaltungsangebote in Form von Kunstfahrten werktags sein, wobei nur 1 Votum für mehrtägige Veranstaltungen stimmte. An zweiter Stelle bei der Frage nach dem Beweggrund der Mitgliedschaft stand „die Begegnung mit Kunstinteressierten“. Dieser Vorschlag wird in Form von vierteljährlichen Kunstgesprächen gern aufgegriffen. Schon am 27.11. wird um 19.00 Uhr in die Zehntscheuer eingeladen, wo die Dipl.-Restauratorin Friederike Eckel zu jedem Bildpatienten, den die Besucher mitbringen, mit Rat und Erläuterung ein Gespräch in Gang bringt. Im Frühjahr soll dann das Thema „Landschaft in der Kunst“ folgen.

Erstaunlich und überraschend, dass das Programm-Angebot des Vereins von keinem einzigen Rücklauf bemängelt oder ergänzend kritisiert wurde. Unterdessen wurde dem Vorstand mehrfach geraten, mit mehr Öffentlichkeitsarbeit und insbesondere um Jugendliche zu werben. Ein Rat, der – da schliesst sich der Kreis – bei so vielen regionalen Mitgliedern und Interessenten nur mit großem, auch finanziellem Einsatz zu erreichen wäre.

Sehr erfreulich ist die Bereitschaft einer kleinen Gruppe, an einem kleinen „Bestandskatalog der Galerie“, einer Handreichung für Galeriebesucher, zugleich aber auch Werbemittel, mit zu arbeiten. Und sehr dankbar verzeichnet auch der Vorstand, dass die bisherigen ehrenamtlichen Mitwirkenden unter den Mitgliedern auch künftig zur Stange bei der Bewirtung, der Aufsicht in der Galerie oder generell bei Veranstaltungen halten und mitwirken wollen.

Oktober 2008, Ursula Kupke